Avodah Zarah 74

Kapitel 74

א סוסביל בראשו ארוך כ"ע לא פליגי דאסור והכא בכנפיו חופין את רובו על ידי הדחק קמיפלגי מר סבר רובא כל דהו בעינן ומר סבר רובא דמנכר בעינן:
1 die Susbil, demnach sind alle der Ansicht, die mit dem langen Kopfe sei verboten, und sie streiten über die, deren Flügel knapp die größere Hälfte des Körpers bedecken; einer ist der Ansicht, es brauche nur knapp die größere Hälfte zu sein, und einer ist der Ansicht, es müsse die merklich größere Hälfte sein.
ב ועל משקה בי מטבחיא דכן: מאי דכן רב אמר דכן ממש ושמואל אמר דכן מלטמא אחרים אבל טומאת עצמן יש בהן
2 «Daß die Flüssigkeiten im Schlachthause rein seien.» Was heißt ‘rein’? Rabh erklärte, an sich rein, Šemuél erklärte, rein, hinsichtlich der Verunreinigung von anderen Dingen, während sie selbst wohl verunreinigungsfähig sind.
ג רב אמר דכן ממש קסבר טומאת משקין דרבנן וכי גזור רבנן טומאה במשקין דעלמא אבל במשקה בי מטבחיא לא גזרו רבנן
3 Rabh erklärte, an sich rein, denn er ist der Ansicht, die Verunreinigungsfähigkeit von Flüssigkeiten sei nur rabbanitisch, und die Rabbanan verordneten und bestimmten dies nur von anderen Flüssigkeiten, nicht aber von denen des Schlachthauses;
ד ושמואל אמר דכן מלטמא אחרים אבל טומאת עצמן יש בהן קסבר טומאת משקין דאורייתא לטמא אחרים דרבנן וכי גזרו רבנן במשקין דעלמא במשקין בי מטבחיא לא גזרו:
4 Šemuél erklärte, rein, hinsichtlich der Verunreinigung anderer Dinge, während sie an sich wohl verunreinigungsfähig sind, denn er ist der Ansicht, die Verunreinigungsfähigkeit von Flüssigkeiten sei aus der Tora, und [ihre Übertragung] der Unreinheit auf anderes rabbanitisch, und die Rabbanan bestimmten dies nur von anderen Flüssigkeiten, nicht aber bestimmten sie dies von Flüssigkeiten des Schlachthauses.
ה ועל דיקרב למיתא מסאב וקרו ליה יוסף שריא: יוסף אסרא מיבעי ליה ועוד דאורייתא היא דכתיב (במדבר יט, טז) וכל אשר יגע על פני השדה בחלל חרב או במת וגו'
5 «Daß, wer einen Toten berührt, unrein sei; man nannte ihn daher Joseph den Erlaubenden.» Es sollte ja heißen: Joseph den Verbietenden!? Ferner erfolgt dies ja nach der Tora, denn es heißt: <i>und jeder, der auf freiem Felde in Berührung kommt mit einem durchs Schwert Erschlagenen oder Gestorbenen &amp;c</i>.!? –
ו דאורייתא דיקרב טמא דיקרב בדיקרב טהור ואתו אינהו וגזור אפילו דיקרב בדיקרב ואתא איהו ואוקמה אדאורייתא
6 Nach der Tora ist, wer [einen Toten] berührt, unrein, wer aber den Berührenden berührt, rein, hierauf kamen sie und bestimmten, auch wer den Berührenden berührt, [sei unrein,] und hierauf kam er und brachte es auf die Bestimmung der Tora zurück. –
ז דיקרב בדיקרב נמי דאורייתא הוא דכתיב (במדבר יט, כב) וכל אשר יגע בו הטמא יטמא
7 Aber auch das Berühren des Berührenden ist ja aus der Tora, denn es heißt: <i>und alles, was der unrein Gewordene berührt, ist unrein</i>!?
ח אמרוה רבנן קמיה דרבא משמיה דמר זוטרא בריה דרב נחמן דאמר משמיה דרב נחמן דאורייתא דיקרב בדיקרב בחיבורין טומאת שבעה שלא בחיבורין טומאת ערב ואתו אינהו וגזור אפילו שלא בחיבורין טומאת שבעה ואתא איהו ואוקמה אדאורייתא
8 Die Jünger erklärten vor Raba im Namen des Mar Zuṭra b. R. Naḥman, der es im Namen R. Naḥmans sagte: Nach der Tora ist, wer den Berührenden, wenn er [mit dem Toten] verbunden ist, berührt, sieben Tage, und wenn er mit ihm nicht verbunden ist, nur bis zum Abend unrein, hierauf kamen sie und bestimmten eine siebentägige Unreinheit auch für den Fall, wenn er nicht verbunden ist, und hierauf kam er und brachte es auf die Bestimmung der Tora zurück. –
ט דאורייתא מאי היא דכתיב (במדבר יט, יא) הנוגע במת לכל נפש אדם וטמא שבעת ימים וכתיב וכל אשר יגע בו הטמא יטמא וכתיב והנפש הנוגעת תטמא עד הערב הא כיצד
9 Wo findet sich dies in der Tora? – Es heißt: <i>wer einen Toten, irgend welche menschliche Leiche, berührt, soll sieben Tage unrein sein</i>, ferner heißt es: <i>und alles, was der unrein Gewordene berührt, ist unrein</i>, und ferner heißt es:<i>und wer ihn berührt, ist unrein bis zum Abend;</i> wie ist dies nun zu erklären?
י כאן בחיבורין כאן שלא בחיבורין
10 Eines, wenn [mit dem Toten] verbunden, und eines, wenn nicht verbunden.
יא אמר להו רבא לאו אמינא לכו לא תתלו ביה בוקי סריקי ברב נחמן הכי אמר רב נחמן ספק טומאה ברשות הרבים התיר להן
11 Raba erwiderte ihnen: Habe ich euch etwa nicht gesagt, daß ihr R. Naḥman keine leeren Krüge [an den Hals] hängen sollt? Folgendes sagte R. Naḥman: er hat ihnen die zweifelhafte Unreinheit auf öffentlichem Gebiete erlaubt.
יב והא הלכתא מסוטה גמרינן לה מה סוטה רשות היחיד אף טומאה רשות היחיד
12 Diese Halakha lernen wir von der Ehebruchsverdächtigten: wie bei der Ehebruchsverdächtigten [die Verunreinigung] auf Privatgebiet erfolgt ist, ebenso gilt jede andere Verunreinigung nur auf Privatgebiet.
יג הא א"ר יוחנן הלכה ואין מורין כן ואתא איהו ואורי ליה אורויי
13 Hierzu sagte R. Joḥanan, so sei zwar die Halakha, jedoch wurde nicht demgemäß entschieden, er aber kam und entschied auch demgemäß.
יד תניא נמי הכי ר' יהודה אומר קורות נעץ להם ואמר עד כאן רשות הרבים עד כאן רשות היחיד כי אתו לקמיה דרבי ינאי אמר להו הא מיא בשיקעתא דבנהרא זילו טבולו:
14 Ebenso wird auch gelehrt: R. Jehuda sagte: Er schlug Pfeiler ein, und bezeichnete ihnen: bis hier reicht das öffentliche Gebiet, bis hier reicht das private Gebiet. Wenn sie vor R. Jannaj kamen, sprach er zu ihnen: In der Tiefe des Stromes ist genügend Wasser, geht und taucht unter.
טו והשלקות: מנהני מילי א"ר חייא בר אבא אמר רבי יוחנן אמר קרא (דברים ב, כח) אוכל בכסף תשבירני ואכלתי ומים בכסף תתן לי ושתיתי כמים מה מים שלא נשתנו אף אוכל שלא נשתנה
15 G<small>EKOCHTES</small>. Woher dies? R. Ḥija b. Abba erwiderte im Namen R. Joḥanans: Die Schrift sagt: <i>Nahrungsmittel sollst du mir für Geld verkaufen, damit ich zu essen, und Wasser sollst du mir für Geld liefern, damit ich zu trinken habe;</i> alles gleicht also dem Wasser: wie Wasser nicht abgeändert wird, ebenso auch Speisen, wenn sie nicht abgeändert worden sind. –
טז אלא מעתה חטין ועשאן קליות ה"נ דאסורין וכי תימא ה"נ והתניא חיטין ועשאן קליות מותרין אלא כמים מה מים שלא נשתנו מברייתן אף אוכל שלא נשתנה מברייתו
16 Demnach sollte der Weizen, den [ein Nichtjude] geröstet hat, verboten sein; wolltest du sagen, dem sei auch so, so wird ja gelehrt, Weizenkörner, die er geröstet hat, seien erlaubt!? – Vielmehr, wie Wasser: wie Wasser seine Beschaffenheit nicht verliert, ebenso auch Speisen, wenn sie ihre Beschaffenheit nicht verloren haben. –
יז אלא מעתה חיטין וטחנן ה"נ דאסורין וכי תימא ה"נ והתניא חיטין ועשאן קליות הקמחים והסלתות שלהן מותרין אלא כמים מה מים שלא נשתנו מברייתן ע"י האור אף אוכל שלא נשתנה מברייתו ע"י האור
17 Demnach sollte der Weizen, den er gemahlen hat, verboten sein; wolltest du sagen, dem sei auch so, so wird ja gelehrt, Weizen, den er gemahlen hat, und ebenso ihr grobes und feines Mehl seien erlaubt!? – Vielmehr, wie Wasser: wie Wasser durch das Feuer seine Beschaffenheit nicht verliert, ebenso auch Speisen, wenn sie ihre Beschaffenheit durch das Feuer nicht verloren haben. –
יח מידי אור כתיב
18 Wird denn da vom Feuer gesprochen!? –